Alkohol verstärkt die nach dem Mittagessen auftretende Müdigkeit. Selbst kleine Mengen, die zu einem Blutalkoholwert innerhalb der gesetzlich erlaubten Grenze führen, können das Reaktionsvermögen eines Autofahrers sehr stark vermindern. Diese Ergebnisse einer Studie an jungen, gesunden Männern veröffentlichen britische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Occupational and Environmental Medicine (Bd. 60, S. 689).
Die Ursache vieler schwerer Verkehrsunfälle ist Müdigkeit bei den Autofahrern. Besonders gehäuft treten solche Unfälle um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag auf, wenn die Aufmerksamkeit der Fahrer durch die typische mittägliche Müdigkeit abnimmt. Nach den Ergebnisse der Forscher um Jim Horne von der Universität in Loughborough können selbst kleine Mengen Alkohol diese Müdigkeit deutlich verstärken und so das Unfallrisiko erhöhen.
Die Wissenschaftler gaben der Hälfte der Probanden, gesunden Männern im Alter von 20 bis 26 Jahren, mittags ein alkoholisches und der anderen Hälfte ein alkoholfreies Getränk. Anschließend sollten die Testpersonen in einem Simulator zwei Stunden lang Auto fahren. Dabei wurde gemessen, wie häufig die Probanden von der Strecke abwichen. Gleichzeitig zeichneten die Forscher die Gehirnaktivität der Testpersonen auf.
Die Mediziner stellten einen alarmierende Verminderung sowohl der Fahrtüchtigkeit als auch der allgemeinen Gehirnaktivität der Probanden nach dem Alkoholgenuss fest. Dieser Effekt wurde durch fehlenden Schlaf in der Nacht zuvor noch deutlich verstärkt. Das Erschreckende an den Ergebnissen sei besonders die geringe Menge Alkohol, die bereits deutliche Aufmerksamkeitseinbußen verursache, schreibt Horne.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





