Amerikanische Wissenschaftler haben ein Intelligenz-Gen entdeckt: Menschen mit einer bestimmten Variante dieses Gens haben deutlich schlechtere geistige Fähigkeiten, fanden die Forscher heraus. Allerdings ist das Gen nur für etwa drei Prozent der Unterschiede bei der Intelligenz verantwortlich. Das zeige, wie stark die Umwelt und viele weitere genetische Faktoren die Intelligenz eines Menschen prägten, erklären die Forscher.
Die Wissenschaftler um Katherine Burdick testeten für ihre Studie die kognitiven Fähigkeiten und die Intelligenz von insgesamt 339 Probanden. Dazu nahmen sie DNA-Proben aller Probanden und untersuchten, welche Varianten eines Gens namens Dysbindin-1 im Erbgut der Teilnehmer vorkam. Dieses Gen, das es in sechs Formen gibt, spielt bei der Entstehung von Schizophrenie ein Rolle, hatten die Wissenschaftler bereits in einer früheren Untersuchung gezeigt. Es wirkt sich jedoch auch direkt auf die kognitiven Fähigkeiten aus, ergab die Auswertung: Träger einer bestimmten der sechs Varianten schnitten in den Tests schlechter ab als Probanden mit einer anderen genetischen Ausstattung.
Welche Auswirkung die Genvariante konkret auf das Gehirn und die Entwicklung der Intelligenz hat, ist den Wissenschaftlern allerdings unklar. Das Gen könnte die Kommunikation zwischen den Nervenzellen mitbestimmen und helfen, das Überleben der Zellen zu sichern. Insgesamt prägt dieses einzelne Gen die Intelligenz eines Menschen jedoch nur zu einem kleinen Teil. Andere Gene und auch die Umwelt wirkten sich sehr viel stärker auf die geistigen Fähigkeiten aus.
Katherine Burdick ( Zucker Hillside Hospital) et al.: Human Molecular Genetics, Bd. 15, Nr. 10, S. 1563 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald




