Wissenschaftler der Universität von Washington haben das wohl kleinste chemische Labor der Welt hergestellt: Es besteht aus nicht mehr als einem in Öl eingebetteten Wassertropfen, der nur wenige Moleküle der Reaktionspartner einschließt. Auf diese Weise lässt sich auch das Zusammenspiel einzelner Zellorganellen mit Hilfe eines Mikroskops untersuchen. Darüber berichteten die Forscher auf der Herbsttagung der American Chemical Society.
Um die gewünschten Untersuchungsobjekte ? einzelne Moleküle oder Zellorganellen ? in den nur etwa einen billionstel Liter kleinen Wassertropfen einzuschließen, benutzte das Team von Daniel Chiu einen cleveren Trick: Die Forscher brachten die Untersuchungsobjekte zunächst mithilfe eines Laserstrahls an die Grenzfläche zwischen zwei Schichten aus Öl und Wasser.
Da sich Öl und Wasser abstoßen, bildete sich durch Oberflächenspannungen ein winziger Wassertropfen aus, der die Objekte einschloss. Der Tropfen konnte dann mittels eines Lasermikroskops bewegt und die sich darin abspielenden Wechselwirkungen untersucht werden.
Chiu glaubt, dass seine Methode eine Vielzahl von Studien auf molekularer Ebene in der Zellbiologie anregen wird. Während in gewöhnlichen Teströhrchen Reaktionspartner in der Regel in Volumen von mehreren Mikrolitern nötig sind, kommt seine Methode mit dem millionsten Teil dieser Flüssigkeitsmenge aus.
Da insbesondere in der Biologie die Wechselwirkungen zwischen Molekülen von deren Konzentration abhängig sind, könnten die winzigen chemischen Labors in der Molekularbiologie wertvolle Dienst leisten.
Stefan Maier





