Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum haben laut eigenen Angaben erstmals biologisch abbaubare Implantate zum Knochenersatz entwickelt. Die mehrschichtigen Materialien sollen es dem Körper ermöglichen, auch große Schädelverletzungen mit eigenem Knochenmaterial wieder zu schließen. Die Schichten bauen sich von innen nach außen unterschiedlich schnell ab und sollen gleichzeitig den Knochenaufbau unterstützen. Während von innen bereits neue Zellen nachwachsen und die Verletzung zu heilen beginnt, schützt die langsamere Schicht von außen.
So funktionstüchtig derzeitige Implantate aus Kunststoff oder Metall auch seien, sie blieben lebenslang ein Fremdkörper, behaupten die Mediziner. “Bei Schädelplastiken aus Titan klagen Patienten häufig über erhöhte Temperaturempfindlichkeit oder finden es belastend, dass der Ersatz lebenslang im Körper bleibt”, erläutert der Chirurg Stephan Weihe. Außerdem wachsen diese Implantate bei Kindern nicht mit. An Stellen, wo der Körper selbst Verletzungen beheben kann, planen Wissenschaftler daher den Einsatz biologisch abbaubarer Biomaterialien.
Das nun entwickelte Implantat ist aus vielen verschiedenen Schichten aufgebaut. Es besteht aus einem porösen, schnell abbaubaren Material an der Innenseite und einem mechanisch belastbaren, langsam auflösenden Material im äußeren Bereich. Durch seinen Gehalt an Calciumphosphat, aus dem Knochen und Zähne hauptsächlich bestehen, hilft es dem Körper beim Aubau neuer Knochen. Da das Implantat auch basische Füllstoffe enthält, entsteht kein saures und damit zellfeindliches Milieu. Während sich an der Innenseite des Implantats neue Knochenzellen ansiedeln und es schichtweise auflösen, schützt die stabile Außenseite den Ort der Verletzung vor einwachsendem Bindegewebe, das den Knochenaufbau verhindern könnte. Laborexperimente zur Zellbesiedlung haben bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
pte





