Das Ebolavirus hat bereits Tausende Gorillas in Gabun und der Republik Kongo getötet und gefährdet das Überleben dieser Menschenaffenart. Darauf weisen Forscher aus Spanien, Schweden und Deutschland hin, die die Ausbreitung der Krankheit in den tropischen Wäldern der beiden westafrikanischen Staaten untersucht haben. Bisher war es umstritten, ob es sich bei den in der Region immer wieder auftretenden Funden toter Menschenaffen um Einzelfälle handelte und ob die Tiere überhaupt an dem Virus gestorben sind.
Im Lossi-Schutzgebiet im Nordwesten der Republik Kongo
beobachteten die Forscher 238 individuell bekannte Westliche Gorillas ( Gorilla gorilla) und zählten zusätzlich die Schlafnester, um die Bestandsdichte der Tiere abzuschätzen. Nachdem erste Kadaver von Tieren gefunden worden waren, die an Ebola gestorben waren, breitete sich die Epidemie innerhalb weniger Monate aus und eliminierte mehr als neun von zehn Tieren. Dabei erkrankten die Gorillas zuletzt, die am weitesten entfernt von der zuerst betroffenen Gruppe lebten. Aus dieser Beobachtung schließen die Forscher, dass sich das Virus von Gruppe zu Gruppe ausbreiten kann. Zusätzlich könnten sich die Gorillas aber auch bei anderen Tierarten anstecken, die das Virus tragen, aber nicht selbst erkranken.
Vom Gorillasterben besonders betroffen war ein 2.700 Quadratkilometer großes Gebiet im Westen der untersuchten Region. Dort müssen zwischen 2001 und 2005 ungefähr 5.500 Gorillas dem Virus erlegen sein, berechneten die Forscher. Das entspricht in etwa der Zahl der heute noch lebenden Östlichen Gorillas (Gorilla beringei), zu denen auch der extrem seltene Berggorrila gehört. Für die in dem Gebiet lebenden Schimpansen schätzen die Forscher einen Rückgang um 83 Prozent.
Da sich das Gorillasterben nicht auf das untersuchte Gebiet beschränkt, befürchten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Gorillapopulationen. Die Kombination der Krankheit mit der kommerziellen, illegalen Bejagung der Tiere sei eine gefährliche Mischung, die zu einem rapiden Aussterben der Art führen kann.
Magdalena Bermejo (Universität in Barcelona) et al.: Science, Bd. 314, S. 1564 ddp/wissenschaft.de ? Annette Schneider





