Der inzwischen dritte Atlas des menschlichen Genoms ist jetzt von einer Forschergruppe von der Ohio State University in den USA veröffentlicht worden. Die Wissenschaftler gehen von einer doppelt so hohen Anzahl menschlicher Gene aus als bisher angenommen wurde.
Aufgrund der neuen Forschungsergebnisse geht Fred Wright von der Ohio State University von bis zu 70.000 Genen aus. Dies ergebe sich aus Vergleichen mit wesentlich mehr bekannten Gen-Datenbanken als sie die beiden Konkurrenzunternehmen vorgenommen hatten. Außerdem enthalte der neue Gen-Atlas wichtige Informationen über Gewebs-spezifische Gene, also Gene, die nicht in allen Körperzellen vorkommen, sondern nur in bestimmten Geweben oder Organen. Dies sei wichtig für die Zuordnung bestimmter Erbkrankheiten.
Erst im Februar dieses Jahres hatten das private Biotechnologie-Unternehmen Celera Genomics und dessen Konkurrent, das öffentlich geförderte Humangenomprojekt, fast gleichzeitig ihre Ergebnisse in den Zeitschriften Science und Nature veröffentlicht. Waren die Wissenschaftler vorher von 100.000 bis 120.000 menschlichen Genen ausgegangen, wurde die Zahl dann auf etwa 35.000 bis 40.000 korrigiert.
Dr. Thomas Meißner





