Auch Insektenlarven mit ihrem einfachen Nervensystem sind in der Lage, zu lernen. Das hat Bertram Gerber von der Universität Würzburg nachgewiesen. Der Biologe hatte den drei Millimeter langen Larven der Fruchtfliege Drosophila zunächst ein zuckerhaltiges Gel in einer hellen Umgebung zu fressen gegeben, danach in völliger Dunkelheit ein Gel ohne Zucker. Nachdem Gerber dies einige Male wiederholt hatte, überließ er den Insekten die Entscheidung, wo sie ihre Mahlzeit einnehmen wollten. Das Ergebnis war eindeutig: Die Tiere bevorzugten die beleuchtete Region. Gerber ist überzeugt: „Die Larven können trotz ihrer wenigen Nervenzellen und rudimentären Augen die Reize ‚süß‘ und ‚ hell‘ miteinander verknüpfen – diese Erkenntnis ist neu. Offenbar ist die Biologie der Tiere so stark am Fressen orientiert, dass diese auf Belohnungen sehr empfindlich reagieren.”
Gerber ist der Ansicht, dass seine Versuche zum Verständnis darüber beitragen können, wie das Lernen auf der Ebene einzelner Nervenzellen koordiniert wird. Jetzt will er untersuchen, ob sich die Fruchtfliegen, die sich aus den Larven entwickeln, noch an die Lektionen erinnern können.





