Eierstockkrebs kann wirksamer bekämpft werden, wenn bei der Chemotherapie die Medikamente zusätzlich direkt in den Bauchraum injiziert werden. Dies fanden Mediziner um Deborah Armstrong am Johns Hopkins Kimmel Cancer Center in Baltimore heraus. Zusätzlich zur herkömmlichen intravenösen Chemotherapie verabreichten die Ärzte betroffenen Frauen die Wirkstoffe durch einen Katheter im Bauch. Damit konnte die Überlebenszeit der Patientinnen deutlich gesteigert werden.
Zwar gehört Eierstockkrebs zu den seltenen Krebsarten, jedoch endet er häufig tödlich. Meist kann der Krebs erst im späteren Stadium diagnostiziert werden, wenn schon andere Organe befallen sind. Eine Behandlung umfasst praktisch immer eine Operation, gefolgt von einer Chemotherapie.
Die Mediziner um Deborah Armstrong testeten nun eine Ergänzung zur standardmäßigen intravenösen Chemotherapie an über 400 Frauen mit Eierstockkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Während sie 210 Patientinnen herkömmlich behandelten, bekamen 205 Frauen zusätzlich eine Infusion in die Bauchhöhle. Diese so genannte intraperitoneale (IP) Methode ermögliche, die gesamte Bauchhöhle lange mit hoch konzentrierten Medikamenten zu spülen, erklärt Armstrong. Das könne gestreute Krebszellen vermutlich besser zerstören.
In ihrer Langzeitstudie fanden die Mediziner heraus, dass die Patientinnen mit Bauchhöhlen-Chemotherapie im Durchschnitt 16 Monate länger leben. Daher empfehlen die Wissenschaftler diese Therapieform für den klinischen Einsatz. Allerdings gibt es laut Armstrong noch einiges zu tun, um die starken Nebenwirkungen dieser IP-Chemotherapie zu begrenzen.
Dass das IP-Verfahren im Kommen sein könnte, unterstreicht eine zweite klinische Studie. Deren Leiterin Joan Walker von der Universität Oklahoma fand mit ihrem Team heraus, dass der Erfolg der Methode extrem abhängig von einer guten chirurgischen Vorarbeit, vom allgemeinen Zustand der Patientin und vom sicheren Umgang mit dem Bauchkatheter ist.
Deborah Armstrong (Johns Hopkins Kimmel Cancer Center, Baltimore) et al.: New England Journal of Medicine, Bd. 354:1, S. 34 Joan Walker (Universität Oklahoma, Oklahoma City) et al.: Gynecologic Oncology, Bd. 100, S. 27 ddp/wissenschaft.de ? Anna-Lena Gehrmann





