Eigentlich sind die Dinosaurier nicht wirklich ausgestorben, heißt es. Denn wer einen bestaunen möchte, braucht meist nur aus dem Fenster zu blicken: Vögel gelten als die direkten Nachfahren der Riesenechsen der Jura- und Kreidezeit. Sie haben sich aus theropoden Dinosaurierarten entwickelt und wie viele Studien belegen, besaßen ihre Vorfahren bereits viele vermeintlich vogelartige Merkmale. Dies umfasst auch Aspekte der Fortpflanzungsbiologie: Funde von fossilen Nestern und Eiern haben zahlreiche Hinweise auf vogelartige Merkmale, Verhaltensweisen und Entwicklungsprozesse geliefert. Es wurden auch bereits versteinerte Eier mit darin enthalten Überresten von Embryos entdeckt – doch detaillierte Exemplare sind sehr selten. Denn der natürliche Zustand der Kleinen zu ihren Lebzeiten, ist durch den Prozess der Fossilisierung meist kaum noch erkennbar: Oft fehlen Strukturen oder die feinen Knöchelchen sind aus ihren einstigen Positionen verschoben.
Buchstäblich wie aus dem Ei gepellt
Doch bei dem Exemplar, über das nun ein internationales Paläontologenteam berichtet, ist das nicht der Fall. Das 17 Zentimeter lange versteinerte Ei wurde zusammen mit anderen in Gesteinen aus der späten Kreidezeit an einem Fundort in Südchina entdeckt. “Diese Dinosaurier-Eierfossilien wurden anschließend präpariert und so kam schließlich in einem davon unser ‘Baby Yingliang’ zum Vorschein”, berichtet Co-Autor Lida Xing von der Chinesischen Universität für Geowissenschaften in Peking. Das Fossil zeigt feinste Details des pränatalen Dinos und er scheint noch genau so positioniert zu sein, wie zu der Zeit, als ihn das Schicksal ereilte. “Dieser Dinosaurier-Embryo in seinem Ei ist eines der schönsten Fossilien, die ich je gesehen habe“, verdeutlicht Co-Autor Steve Brusatte von der University of Edinburgh die Bedeutung des Fundes.

Baby Yingliang wurde aufgrund seiner Schädelmerkmale Vertretern der Oviraptorosaurier zugeordnet. Dabei handelt es sich um eine Gruppe kleiner bis mittelgroßer Theropoden, die aus der Kreidezeit Asiens und Nordamerikas bekannt sind. Von diesen gefiederten Zweibeinern wurden bereits fossile Nester mit Eiern entdeckt – in einigen Fällen auch mit Spuren der ungeschlüpften Jungtiere. Doch Baby Yingliang liefert nun die bisher klarsten Hinweise auf Verhaltensweisen der Tiere im Ei. Konkret: Die Wissenschaftler stellten eine bisher bei Dinosaurier-Embryos unbekannte Körperhaltung fest. Der kleine Oviraptorosaurier hat demnach den Kopf auf den Bauch gelegt, die Füße sind seitlich positioniert und der Rücken ist entlang des stumpfen Endes des Eies gekrümmt.





