Während ich am Stettiner Haff auf dem Bootssteg saß, musste ich an den georgischen Komponisten Giya Kancheli denken. Unlängst spielte das Münchner Kammerorchester einige seiner großartigen Werke in Anwesenheit des Künstlers. Noch nie zuvor hatte ich so stille Musik gehört, manchmal kaum hörbar. Tagelang haben mich seine feinen, leisen, hingehauchten Töne begleitet. Der Komponist hatte auf die Frage nach der Stille in seiner Musik geantwortet: “Je lauter die Welt, desto leiser muss die Musik werden. Je komplizierter die Welt, desto einfacher muss die Musik werden.”
Hoffentlich gibt es diesen Winter wieder Schnee. Wenn er fällt, wird sogar unsere Großstadt still. Das wünsche ich mir zu Weihnachten. Und bitte keine weiteren Kommunikationsgeräte mehr unterm Baum! Sonst schalte ich sie bald alle aus. Wenigstens für eine Stunde am Tag. Ihnen wünsche ich eine schöne Stille Nacht und viel Spaß beim Lesen unseres Heftes. In aller Ruhe.
Ihre
Ilona Jerger, Chefredakteurin





