Mit einem neuen Verfahren kann eine Wirbelsäulenverkrümmung auch ohne Röntgenbild sichtbar gemacht werden. Ein spezielles Bildverarbeitungssystem ermöglicht eine präzise Lageberechnung der Wirbelsäule bei Bestrahlung mit gewöhnlichem Licht. Bisher konnte diese so genannte Skoliose nur anhand von Röntgenaufnahmen diagnostiziert werden. Über die neue Technik berichtet die Universität Leuven.
Etwa zwei Prozent aller Erwachsenen leidet unter Skoliose, einer krankhaften Verformung des Rückgrats. Diese kann verschiedene Ursachen haben und tritt oftmals bereits im Kindesalter auf. Für die Diagnose und die weitere Überwachung des Krankheitsverlaufs sind Röntgenaufnahmen nötig. Diese harte Bestrahlung kann jedoch besonders für Kinder und Jugendliche schädlich sein.
Mit der von Tom Huysmans von der Universität Leuven und seinen Kollegen entwickelten Technik kann die Lage der Wirbelsäule mit gewöhnlichem weißen Licht ermittelt werden. Dabei wird die Lichtreflexion auf der Haut per Computer verrechnet und dreidimensional dargestellt. Auf dem so gewonnenen Bild lässt sich die Position der Wirbelsäule sehr genau ablesen. Ein Vergleich mit einer ideal geformten Wirbelsäule zeigt anschließend, wie stark das Rückgrat des Patienten verformt ist.
Die Wissenschaftler überprüften ihre Technik im Vergleich mit über fünfhundert Röntgenaufnahmen. Sie stellten fest, dass die neu entwickelte Methode gleichwertige Ergebnisse liefert. Lediglich bei Personen, die zuviel Fettgewebe über dem Rückgrat besitzen, ist eine präzise Diagnose nicht möglich. Die Technik aus den Niederlanden könnte künftig eine Entlastung für Skoliosepatienten bedeuten und sogar der Vorbeugung von Haltungsschäden dienen: Die Lage der Wirbelsäule kann mit der niederländischen Messtechnik auch in seitlicher Schlafhaltung überprüft werden. So lässt sich feststellen, ob eine Bettmatratze an den richtigen Stellen den Körper stützt.
ddp/bdw ? Kathrin Lengfellner





