Wann immer das Wort „Stammzellen” fällt – kurz darauf ist unweigerlich von „Revolution” die Rede. Auch der Piper-Verlag möchte nicht auf diesen Paukenschlag verzichten, weder auf dem Buchcover noch im Klappentext. Dabei behandelt Gerd Kempermann, ein angesehener Stammzellforscher, das Thema kompetent und besonnen – was sich auch daran zeigt, dass er auf über 250 Seiten ohne das großspurige Wort auskommt.
Stammzellen sind Körperzellen, die sich zu verschiedenen Zelltypen oder Gewebearten entwickeln können. Ärzte erhoffen sich von ihnen die Heilung verschiedenster Krankheiten. Kempermann fasst das aktuelle Wissen über diese „Wunderzellen” – von denen so viele reden, ohne viel davon zu verstehen – sachlich zusammen. Und: Er beschreibt als Erster die Stammzellforschung auch für Laien umfassend und verständlich. Dabei liefert er fundiertes Wissen und erfüllt einen wichtigen Anspruch, den heute gerade die biomedizinische Forschung an sich stellen sollte: Bescheidenheit. Denn trotz allen Fortschritts sind sämtliche medizinischen Anwendungen bislang nichts als Verheißungen. Der Faszination, die Stammzellen auf Wissenschaftler wie Laien ausüben, tut das keinen Abbruch. Denn sie helfen, die grundlegenden Prinzipien des Lebens zu begreifen.
Claudia Eberhard-Metzger
Gerd Kempermann NEUE ZELLEN BRAUCHT DER MENSCH Piper, München 2008 286 S., € 19,– ISBN 3–492–05179–0





