„Viele Tierarten haben sich auf der Basis pflanzlicher Nahrung entwickelt”, erklärt der Primatenforscher Volker Sommer. Naturgemäß nehmen die Pflanzen dadurch Schaden. Das hat zu einem evolutionären Wettrüsten geführt, bei dem die Pflanzen Verteidigungsmechanismen entwickelten: Dornen, Stacheln und Borsten, aber auch besondere Chemikalien, die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe oder Phytochemikalien. Diese benötigt die Pflanze nicht für ihren normalen Stoffwechsel – sondern im Gegenteil: Sie können ihr schaden. Deshalb werden die Phytochemikalien nur in speziellen Zellen hergestellt und gespeichert. Zu den Abwehrstoffen gehören Alkaloide wie Koffein oder Nikotin sowie Terpene, die Geruchsstoffe bilden. Und auch Steroide sowie Aminosäuren: Sie helfen der Pflanze bei der Abwehr von Krankheitserregern und Fressfeinden oder locken Tiere an, die sie für die Verbreitung ihrer Samen benötigen. Andere Phytochemikalien schützen vor UV-Strahlung oder vor Verdunstung. Für Pflanzenfresser sind diese Stoffe oft giftig, doch richtig dosiert wirken sie wie Medizin.





