Decodierte Peking-Ente
Bei der Ente rufen die Infektionen mit diesem Vogelgrippe-Virus oft gar keine Symptome hervor, denn ihr Immunsystem ist an die Erreger angepasst. So können diese sich unter den Vögeln gut ausbreiten und ungestört fortentwickeln. Das macht die Ente zur idealen Brutstätte für Varianten der Influenza-Viren, die dem Menschen gefährlich werden können. Um die interaktiven Mechanismen zwischen Enten und Influenza-Viren zukünftig besser erforschen zu können, haben die Wissenschaftler um Yinhua Huang von der Agricultural University in Peking nun das Genom einer zehn Wochen alten weiblichen Peking-Ente sequenziert. Sie haben außerdem bereits untersucht, welche Gene bei einer Virusinfektion der Tiere aktiviert werden.
Vergleiche des Enten-Erbgutes mit schon bekannten Genomsequenzen anderer Tiere belegten erneut, dass Vögel offenbar im Vergleich zu Säugetieren weniger Immunsystem-Gene besitzen, berichten die Forscher. Um herauszufinden, welche Gene im Zusammenhang mit einer Ansteckung durch Influenza-A-Viren stehen, infizierten die Forscher die Lungen von Versuchstieren mit dem Erreger der Vogelgrippe H5N1. Dabei zeigte sich, dass Erbanlagen die zur sogenannten beta-Defensin-Gen-Familie gehören, eine wichtige Rolle bei der Immunreaktion gegenüber den Viren spielen. Diese Erkenntnis biete nun einen interessanten Anhaltspunkt zur weiteren Forschung, sagen die Wissenschaftler.
Die Studie liefert wichtige Daten zum besseren Verständnis der Interaktion zwischen dem Erreger der Vogelgrippe und seinem Wirt, der Ente. Das ermöglicht Einblicke in die Mechanismen der Verbreitung und Infektion, sagt Co-Autor Jianwen Li vom BGI-Shenzhen in China. Die Sequenzierung des Erbgutes der Ente ist den Forschern zufolge also ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Bekämpfung dieser Erreger, die eine stetige Gefahr für Menschen weltweit darstellen.





