Der Wisent (Bison bonasus) soll in den Wäldern Russlands wieder heimisch werden. Russische Wissenschaftler haben mit Unterstützung des World Wide Fund for Nature ( WWF) ein entsprechendes Ansiedlungsprojekt auf den Weg gebracht. Für den Erfolg ist eine genaue Planung und Überwachung der Fortpflanzung der Tiere notwendig. Das meldet der russische Wissenschafts-Nachrichtendienst Informnauka.
Wisente waren in Russland lange Zeit vom Aussterben bedroht. Die Bestände haben sich zwar in zoologischen Gärten erholt, doch ohne die Hilfe des Menschen könnten die wenigen frei lebenden Wisente nicht überleben. Nun sollen ganze Herden in einem Nationalpark in der Orel-Region südwestlich von Moskau ausgewildert werden. Die Mindestgröße für eine stabile Population, die ohne menschliche Eingriffe auskommt, beträgt mindestens 500 Tiere.
Die ersten Wisente wurden bereits in das 36.000 Hektar große Gebiet transportiert und freigelassen. Aktuell leben dort nur 68 Wisente, die in vier isolierte Teilgruppen verstreut sind. Damit aus mit diesen Restbeständen stabile Populationen aufgebaut werden können, müssen die Bestände in Feldstudien kontrolliert und die Entwicklung mittels Computersimulationen vorausberechnet werden.
Nach diesen Berechnungen könnte die größte der vier Gruppen in 12 bis 15 Jahren etwa 100 Wisente umfassen, sofern nicht Krankheiten oder Wilderer die Bestände dezimieren. Diese Zahl reicht aus, um die Gefahr der Inzucht zu bannen. Bei den kleineren Wisentgruppen wird es aufgrund der geringeren genetischen Vielfalt mindestens noch weitere 20 Jahre dauern, bis ein stabiler Bestand erreicht ist. Hierzu müssen insgesamt sechs bis acht neue Herden und pro Gruppe etwa 20 bis 25 neue Tiere eingebürgert werden.
ddp/bdw ? Oliver Schmid





