Bei den Natur- und Wirtschaftswissenschaften kamen in diesem Jahr ausschließlich US-Forscher zum Zuge. Den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin teilen sich Andrew Z. Fire und Craig C. Mello. Die Wissenschaftler haben Ende der Neunzigerjahre die so genannte RNA-Interferenz entdeckt. Mit diesem Mechanismus kann man in Organismen gezielt einzelne Gene vorübergehend abschalten. Dadurch lässt sich überprüfen, welche Aufgabe ein Gen genau übernimmt. Die RNA-Interferenz ist inzwischen ein unverzichtbares Werkzeug in der Grundlagenforschung geworden, um die genaue Funktion von Genen zu verstehen.
Den Nobelpreis für Physik erhielten John C. Mather und George F. Smoot. Die Astrophysiker wurden für ihre Forschungen über die Kosmische Hintergrundstrahlung ausgezeichnet. Die schwache Mikrowellenstrahlung gilt als das „Echo des Urknalls”. Mather und Smoot werteten für ihre Untersuchungen Daten des 1989 gestarteten NASA-Satelliten COBE (Cosmic Background Explorer) aus, der die Kosmische Hintergrundstrahlung gemessen hatte. Die Ergebnisse der Wissenschaftler bestätigten die Urknall-Theorie und gaben Einblicke in die Frühzeit des Universums.
Den Nobelpreis für Chemie verlieh die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften an den Biochemiker Roger D. Kornberg für seine Arbeiten an der so genannten Transkription. Dabei wird die DNA-Information aus dem Zellkern kopiert und an eine andere Stelle der Zelle transportiert. Dort dient die Information als Bauplan für die Produktion von Proteinen, die den Organismus erschaffen und am Leben erhalten. Bei vielen Krankheiten – zum Beispiel bei Krebs – liegt eine Störung der Transkription vor. Kornberg hatte den Vorgang vor fünf Jahren als Erster detailliert beschrieben.
Der diesjährige Träger des erst 1968 eingeführten Preises für Wirtschaftswissenschaften der Bank von Schweden ist Edmund S. Phelps. In der Begründung heißt es, er habe in seinen Arbeiten unter anderem das Verständnis für den Zusammenhang von stabilen Preisen, Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung weiter vertieft.
Der Nobelpreis für Literatur ging an den Türken Orhan Pamuk. Den Friedensnobelpreis bekamen Muhammad Yunus aus Bangladesch und die von ihm gegründete Grameen Bank.
Die Auszeichnungen sind mit jeweils rund 1,1 Millionen Euro dotiert und werden am 10. Dezember verliehen.





