Bei der Behandlung extrem früh geborener Kinder ist die Medizin wohl an eine Grenze gestoßen, vermuten britische Forscher: Seit 12 Jahren hat sich die Sterblichkeitsrate dieser Frühchen in Großbritannien nicht mehr weiter verringert. Das fanden die Wissenschaftler um David Field von der Universität in Leicester bei der Untersuchung der Daten von Babys heraus, die vor der 26. Schwangerschaftswoche auf die Welt kamen.
In ihrer Studie verglichen die Mediziner Daten zweier Gruppen von Neugeborenen miteinander: Kinder, die im Zeitraum von 1994 bis 1999 geboren wurden, und Kinder, die zwischen 2000 und 2005 zur Welt kamen. Insgesamt 16 Krankenhäuser mit mehr als 55.000 Geburten pro Jahr waren beteiligt.
Obwohl die meisten Babys, die in der 23. Schwangerschaftswoche auf die Welt kamen, intensiv betreut wurden, verbesserte sich ihre Überlebensrate im Laufe der 12 Jahre der Studie nicht: Nur 18 Prozent überlebten. Kinder, die noch früher geboren werden, haben kaum eine Chance ? trotz intensiver Pflege überlebte im Zeitraum der Studie kein einziges, berichten die Wissenschaftler. Allerdings räumen sie ein, dass hier die Stichprobe möglicherweise zu klein war, um eine sehr kleine Änderung festzustellen. Lediglich bei Babys aus der 24. oder 25. Woche verbesserte sich die Überlebensrate.
Insgesamt gab es somit nach Angaben der Forscher keine Verbesserung der Überlebensrate von Babys, die vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Die Forscher folgern aus ihren Ergebnissen, dass wohl keine weitere Senkung der Frühgeborenensterblichkeit mehr möglich ist.
David Field (Universität in Leicester) et al.: British Medical Journal, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1136/bmj.39555.670718.BE ddp/wissenschaft.de ? Michael Böddeker





