Würmer werden mit der Zeit gegen hohe Cadmiumkonzentrationen im Wasser resistent. Verschwindet das Umweltgift jedoch, verliert sich auch die Widerstandskraft der Tiere. Das schreiben amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung vom 4. August).
Die Würmer der Gattung Limnodrilus hoffmeisteri im Foundry Cove, einer Bucht des Hudson-Rivers in der Nähe von Cold Spring in New York, haben schwere Zeiten hinter sich. Eine Batteriefabrik vergiftete ihren Lebensraum 26 Jahre lang mit Cadmium und anderen Schwermetallen. Die Wasserwürmer passten sich jedoch ihrer Umwelt an: Die Wissenschaflter um Jeffrey S. Levinton von der Universität in Stony Brook beobachteten, dass die Würmer aus dem Foundry Cove viel höhere Cadmiumkonzentrationen überleben konnten als ihre Artgenossen aus einer nicht belasteten Bucht.
1995 ließ die Regierung die Bucht reinigen, die Cadmium-Belastung wurde immer geringer. In den ersten Jahren hatte die gesündere Umgebung keinen Einfluss auf die Cadmiumtoleranz der Würmer, berichten die Wissenschaftler. Dann wurden die Konzentrationen, in der die Würmer überleben konnten, jedoch immer geringer, bis sie nicht widerstandsfähiger gegen das Umweltgift waren als ihre Nachbarn aus der nicht verunreinigten Bucht.
Die Fähigkeit von Organismen, relativ schnell eine Resistenz gegen Umweltgifte zu entwickeln, sei lange bekannt und gut dokumentiert, schreiben die Forscher. Diese Studie zeige jedoch, dass auch der umgekehrte Prozess, also das Verschwinden einer erworbenen Eigenschaft und damit die Wiederherstellung der ursprünglichen Reaktionen, innerhalb von ein paar Generationen stattfinden könne. Ein solcher Verlust einer Resistenz könne möglicherweise als natürlicher Indikator für eine Verbesserung von Umweltbedingungen dienen.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





