Jung, schön, schlank und fit – so präsentieren uns die Werbespots diejenigen, die Erfolg haben und “dazugehören”. Wer das eine oder andere dieser Prädikate nicht erfüllt, kann ja – so deuten die Werbesendungen oder Medienbeiträge mehr oder weniger deutlich an – ein bisschen nachhelfen. Doch die Deutschen lässt das kalt. Sie haben mit großer Mehrheit kein Interesse an Schönheitsoperationen. Dies zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Landau.
In Zusammenarbeit mit dem Emnid-Institut befragten Norbert Kluge und Marion Sonnenmoser von der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik rund 1.500 Frauen und Männer über ihre Einstellung zu Schönheitsoperationen. Das Ergebnis lautet:
83 Prozent haben keinerlei Interesse, sich in irgendeiner Form liften zu lassen.
16 Prozent planen einen Eingriff oder würden sich zumindest gern operieren lassen.
Nur 1 Prozent der Befragten hat sich bereits einem schönheitschirurgischen Eingriff unterzogen.
Die Wissenschaftler verglichen diese Ergebnisse auch mit Erhebungen aus den Vorjahren. Dabei zeigte sich, dass das Interesse und die Bereitschaft zu Schönheitsoperationen in den vergangenen Jahren nicht gestiegen ist.
Unter den Befragten, die sich besonders für Schönheitsoperationen interessieren oder bereits eine durchführen ließen, sind vor allem Frauen zwischen 30 und 49 Jahren. Die Personen, die sich nicht für Schönheitsoperationen interessieren, sind nach Erkenntnissen der Forscher zufriedener mit ihrem Aussehen und können ihren Körper besser akzeptieren. Dies bedeutet nicht, dass sie auf ihr Aussehen keinen Wert legten. Sie achten ebenso sehr auf ihr Äußeres wie die Operations-Interessierten. Allerdings versuchen sie mit anderen Mitteln als mit schönheitschirurgischen Eingriffen etwas für ihr Aussehen zu tun.
Doris Marszk





