Viele ehemals fruchtbare Landstriche, die zur Wüste oder Halbwüste wurden, erblühen nicht einfach wieder, sobald genügend Wasser vorhanden ist. Eine lange Dürre kann eine Region zur Wüste machen, die sich auf natürlichem Wege nie wieder belebt. Wie hoch die Chancen des “Wiederbelebens” sind, lässt sich aber an den wenigen Flecken erkennen, an denen noch Pflanzen zu finden sind, berichten israelische Forscher. Das mathematische Modell der Physiker analysiert das Vorkommen solch magerer Vegetations-Flecken und könnte helfen, das Vordringen der Wüsten gezielt wieder rückgängig zu machen.
Klimaveränderungen, Dürren oder Überweidung sind für die “Verwüstung” ganzer Landstriche verantwortlich. Die Vegetation stirbt dabei weitgehend ab und bleibt oft nur in unregelmäßigen Mustern zurück.
Das Wechselspiel zwischen Wasser und Pflanzen, die einerseits das Wasser verbrauchen, andererseits die Erdkrume schützen, führt in trockenen Regionen zu Fleckenmustern, berichten Jost von Hardenberg und Kollegen von der Ben-Gurion-Universität des Negev. In flachem Gelände sind Einzelflecken und Labyrinthe häufig, an Hängen wachsen die Pflanzen eher in parallelen Streifen oder Flecken-Linien, so die Forscher im Fachblatt “Physical Review Letters”.
Aus diesen Zusammenhängen und aus Beobachtungen in Trockenregionen des Mittleren Ostens und Nordafrikas entwickelte Hardenbergs Team ein mathematisches Modell, das den genauen Zusammenhang zwischen Regenfall und Landform mit einbezieht. Das Modell enthält einen Schwellenwert, ab welchem sich Vegetationsflecken bilden können. Ist dieser Schwellenwert unterschritten, kann eine Wüste auch bei reichlichem Regen nicht von selbst wieder erblühen. In solchen Fällen wäre es nötig, beispielsweise das Fruchtbarkeitspotenzial der Region zunächst wieder zu erhöhen, indem man Samen pflanzt. Die Forscher wollen mit ihrem Modell Regionen identifizieren helfen, die von Verwüstung besonders gefährdet sind.
Dörte Saße





