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Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht
Erde & Umwelt

Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht

Der ökologische Fußabdruck Deutschland ist so groß, dass wir die Ressourcen eines Jahres schon jetzt aufgebraucht haben. · Foto: ArtRachen01/ iStock

Am 10. Mai erreicht Deutschland seinen nationalen Erdüberlastungstag. Dieser Tag markiert das Datum, an dem alle natürlichen Ressourcen, die uns rechnerisch für das gesamte Jahr zur Verfügung standen, verbraucht sind. Für den Rest des Jahres nutzen wir mehr Energie und Ressourcen, als sich in diesem Zeitraum regenerieren können. Wir leben damit auf Kosten zukünftiger Generationen. Wenn die gesamte Welt ähnlich leben würde wie wir, bräuchte die Menschheit fast drei Erden. Umweltorganisationen rufen dazu auf, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Autor
Redaktion
08. Mai 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Jedes Jahr berechnet die Organisation Global Footprint Network, wie schnell wir Menschen die Ressourcen verbrauchen, die die Erde innerhalb eines Jahres erzeugen oder regenerieren kann. Daraus berechnet sie den sogenannten Erdüberlastungstag, den Tag, an dem die Menschheit alle Ressourcen, die uns für das laufende Jahr zu Verfügung standen, verbraucht haben. Bis Ende der 1960er Jahre haben wir noch weniger verbraucht, als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren konnte. 1970 war der globale Erdüberlastungstag am 29. Dezember erreicht und verschiebt sich seitdem immer weiter nach vorne. 2025 fiel er auf den 24. Juli – so früh wie nie zuvor.

Leben auf Kosten zukünftiger Generationen

Doch viele Industrienationen, darunter auch Deutschland, beuten die Erde noch stärker aus als im globalen Durchschnitt: In Deutschland haben wir unseren Anteil an den natürlichen Ressourcen in diesem Jahr bereits am 10. Mai ausgeschöpft. „In Deutschland schlagen vor allem der viel zu hohe Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich sowie unser hoher täglicher Flächenverbrauch und die Massentierhaltung zu Buche“, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Hinzu kommen die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser.“

Wenn jeder Mensch pro Kopf so viel verbrauchen würde wie in Deutschland, bräuchte es 2,8 Erden, um den Bedarf zu decken. Doch da wir nur eine Erde zur Verfügung haben, leben wir auf Kosten zukünftiger Generationen: Wir nutzen so viel Grundwasser, dass der Spiegel immer weiter sinkt, fällen mehr Bäume als nachwachsen können und übernutzen die landwirtschaftlichen Flächen. Die Folgen dieser Entwicklung machen sich bereits heute bemerkbar und bedrohen nicht nur zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch die menschliche Gesundheit und Ernährungssicherheit. „Wenn wir so weitermachen, richten wir unseren Planeten und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zugrunde“, sagt der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt.

Den ökologischen Fußabdruck verringern

Um die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen nachhaltiger zu nutzen und den Erdüberlastungstag wieder nach hinten zu verschieben, listet der BUND eine Reihe von Sofortmaßnahmen auf, darunter ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, attraktive und soziale Förderprogramme für Heizungs- und Gebäudemodernisierung, den Ausbau Erneuerbarer Energien und E-Mobilität auf Schiene und Straße sowie eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft, bei der Abfälle reduziert, wiederverwendet und recycelt werden. „Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen und leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffen wir Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz“, sagt Bandt.

Auch der WWF zeigt Möglichkeiten auf, unseren ökologischen Fußabdruck wirksam zu verringern. Im Bereich Ernährung könnten beispielsweise ein stärkerer Fokus auf pflanzliche Produkte sowie eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung wertvolle Ressourcen schonen. Auch eine Stadtplanung, die die Abhängigkeit von Autos verringert, sowie ein höherer CO2-Preis könnten den Erdüberlastungstag nach hinten verschieben.

Im Vergleich zum Vorjahr hat Deutschland bereits einen kleinen Fortschritt gemacht: 2025 lag der nationale Erdüberlastungstag noch am 3. Mai. In diesem Jahr sind wir also immerhin eine Woche länger mit unseren Ressourcen ausgekommen.

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND); WWF

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