Jedes Jahr ehrt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) herausragende Leistungen im Umwelt-, Klima-, Arten- und Ressourcenschutz mit dem Deutschen Umweltpreis. Das Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro macht ihn zu einer der höchstdotierten Umwelt-Auszeichnungen Europas. Bei den diesjährigen Preisträgern ist die Wahl der Jury auf die Moorforscherin Franziska Tanneberger und den Elektrotechnik-Ingenieur Thomas Speidel gefallen. Die offizielle Verleihung findet am 27. Oktober in Mainz durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier statt.
Franziska Tanneberger: Einsatz für den Schutz der Moore
Moore sind wahre Multitalente: Sie speichern Kohlenstoff und Wasser und bieten gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Doch all das können sie nur in ihrem natürlichen Zustand leisten. Legt man sie trocken, wie es bereits mit 90 Prozent der Moore in Deutschland geschehen ist, entwickeln sie sich vom Klimaschützer zum Klimakiller und setzen große Mengen an schädlichen Treibhausgasen frei – weltweit etwa zwei Milliarden Tonnen im Jahr und damit vier Prozent aller menschengemachten Treibhausgasemissionen. In Deutschland haben trockengelegte Moore einen Anteil von sieben Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern sogar von 40 Prozent an den Treibhausgas-Emissionen.
„Um diese Emissionen zu mindern, ist der einzig sinnvolle Weg, die Entwässerung der Moore zu beenden“, sagt Moorforscherin Franziska Tanneberger. Sie leitet das Greifswald Moor Centrum (GMC) in Mecklenburg-Vorpommern und engagiert sich weltweit für den Schutz der Moore und deren Renaturierung. Unter anderem war Tanneberger maßgeblich am ersten weltweiten Zustandsbericht der Moore – herausgegeben vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen – beteiligt. In ihrer Forschung sucht sie nach Wegen, den Schutz der Moore mit den Interessen der Landwirtschaft in Einklang zu bringen.
Ihr Engagement macht Tanneberger in den Augen von DBU-Generalsekretär Alexander Bonde zu einer würdigen Preisträgerin: „Franziska Tanneberger hat es als exzellente und weltweit hoch anerkannte Moorforscherin durch unermüdlichen Einsatz mit ihrem Team geschafft, die Bedeutung von Moorschutz und Wiedervernässung für eine lebenswerte Zukunft national und international in politischen Entscheidungsprozessen zu platzieren.“
Thomas Speidel: Ein Turbo für die Elektromobilität
Auch Elektrotechnik-Ingenieur Thomas Speidel setzt sich für den Schutz der Umwelt ein – allerdings in einem völlig anderen Bereich. In seiner Firma „ads-tec Energy“ entwickelt er innovative batteriegepufferte Hochleistungssysteme, mit denen sich Elektroautos innerhalb von Minuten statt Stunden laden lassen. Diese Schnellladesäulen ziehen langsam Strom aus dem vorhandenen Stromnetz, speichern diesen und wandeln ihn in starken Gleichstrom mit einer Leistung von 320 Kilowatt um. Wird ein E-Fahrzeug angedockt, kann es dank dieser Speicherreserven binnen Minuten strombetankt werden. „Wie bei einem WC-Spülkasten, der sich langsam füllt und bei Nutzung ruckzuck leert“, erklärt Speidel.





