Ein Weg, die Funktion eines Gens zu ermitteln, ist der Abbau seiner Boten-RNA. Diese Technik wurde nun erstmals von einem Wissenschaftlerteam des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie an Zellkulturen menschlicher Zellen erfolgreich durchgeführt. Die Technik kann nun weiterentwickelt und zur Analyse von Genfunktionen oder für medizinische Zwecke eingesetzt werden.
Durch staatliche und private Sequenzierungsprogramme werden immer wieder neue Genomsequenzen verschiedener Organismen bekannt. Die nächste Aufgabe der Wissenschaftler ist es, die Funktion der einzelnen Gene zu ermitteln. Eine Methode dafür ist die RNA-Interferenz, durch die die Boten-RNA des gefragten Gens abgebaut wird.
Die Sequenz eines Gens enthält die Information zur Produktion eines ganz bestimmten Proteins. Dieses Protein erfüllt dann eine spezifische Aufgabe. Um das Protein zu produzieren, wird zunächst die Sequenz des Gens in eine Boten-RNA umgeschrieben. Dieser Vorgang heißt Transkription. Die Sequenz der Boten-RNA wird dann von einem Ribosom abgelesen und das Protein wird produziert. Das ist die so genannte Translation.
Bei der RNA-Interferenz wird die Boten-RNA blockiert oder zerstört. Das Protein kann nicht gebildet werden. Das Fehlen des Proteins kann dann eine Veränderung im Stoffwechsel der Zelle bewirken, aus der die Wissenschaftler auf die Funktion des Gens schließen können.
Um die RNA-Interferenz auszulösen, brachte das Wissenschaftlerteam sehr kurze (21 Basenpaare), doppelsträngige RNA Abschnitte in die Zellen ein. Tatsächlich stellten sie eine deutliche Abnahme des gefragten Proteins fest.
Weitere Informationen zur RNA-Interferenz finden Sie auch im bdw-Newsticker-Archiv.
Ralf Möller





