Forscher des Unternehmens Meridian Medical Technologies haben einen Detektor entwickelt, der Herzprobleme schneller erkennen soll. Im Gegensatz zu traditionellen Elektrokardiogrammen (EKG), die mit zwölf Sensoren die elektrischen Signale der Patienten-Herzen messen, verfügt das Gerät namens Prime-System über 80 Sensoren, die am Körper befestigt werden. Eine Computer-Software übersetzt die Herzfunktion in ein Farbbild, mit dem Ärzte Abnormitäten einfach feststellen können, berichtet die Washington Post.
Das Gerät wurde zwei Jahren lang getestet und in klinischen Studien an rund 800 Patienten in fünf verschiedenen Staaten der USA sowie in Großbritannien erprobt. Obwohl die letzten Ergebnisse noch nicht veröffentlicht wurden, gibt sich das Unternehmen optimistisch, dass das System signifikant besserer Vorhersagen ermöglicht als Standard-EKGs. Schätzungen zufolge versagen die derzeit eingesetzten Messgeräte in 60 Prozent der Herzinfarkt-Fälle, da sie Schäden in bestimmten Herzregionen nicht erkennen.
Das Gerät besitzt derzeit erst die Zulassung in Europa, wo bereits umfangreiche Marketing-Kampagnen gestartet wurden. Mit Genehmigung der Food and Drug Administration (FDA) soll Prime System in den nächsten sechs Monaten auch in den USA auf den Markt kommen. Juan Noble, Börsenanalyst der New Yorker Investmentbank Fahnestock Co. erwartet die Freigabe durch die FDA, da Meridian nur die gleiche Wirkung wie ein Standard-EKG beweisen müsse. Wesentlich aufwendiger werde es sein, Krankenhäuser vom Umstieg auf ein neues und auch teureres System zu überzeugen.
Das an der Nasdaq notierte Unternehmen schätzt, dass der anfängliche Marktwert des Systems rund zwei Mrd. Dollar beträgt. “Kann die diagnostische Überlegenheit des Detektors bewiesen werden, könnte Meridian in den nächsten Jahren den Markt signifikant durchdringen”, so Noble. Meridian Medical Technologies wurde 1996 gegründet und hat sich mit rund 360 Mitarbeitern in Columbia, St. Louis und Nord-Irland als Anbieter für Technologien für die Medizin und cardiopulmologische Diagnostik etabliert.
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