Schluckauf könnte der Überrest eines Atemvorganges sein, den Kaulquappen und andere Amphibien benutzen. Diese Theorie hat ein internationales Forschungsteam aufgestellt, berichtet das Fachmagazin New Scientist (Ausgabe 8. Februar, S. 16).
Schluckauf entsteht durch das plötzliche, krampfartige Zusammenziehen des Zwerchfells. Dabei verschließt sich die Luftröhre kurzzeitig, was zum typischen “Hicks”-Geräusch führt. Beim Erwachsenen habe Schluckauf keine sinnvolle Funktion, sondern entstehe eher “aus Versehen”, sagen die Wissenschaftler um Christian Straus von der Pitié-Salpetrière-Klinik in Paris.
Es gibt aber Tiere, die einen ganz ähnlichen Mechanismus zum Atmen benutzen: Kaulquappen und andere einfache Amphibien pressen Wasser durch ihre Kiemen in den Mund, wobei sie gleichzeitig den Weg zur Luftröhre verschließen. So verhindern sie, dass Wasser in ihre Lungen eindringt. Vielleicht sei der Schluckauf beim Menschen ein Überbleibsel dieser primitiven Atmung, meint Straus.
Doch der Reflex könnte auch beim Menschen einen Sinn haben ? zumindest, solange er sich noch im Mutterleib befindet. Ultraschalluntersuchungen zeigen nämlich, dass Embryos bereits im Alter von zwei Monaten anfangen zu hicksen. Straus und seine Kollegen nehmen an, dass dieser frühe Schluckauf ein Vorstadium des späteren Saugens ist. Um diese Theorie zu bestätigen, müsste man als nächstes nachweisen, dass bei beiden Reflexen die gleichen Nervenzellen aktiviert werden, erklären die Forscher.
Den längsten Schluckauf hatte übrigens ein Mann aus Iowa, dessen Leiden im Jahr 1922 begann. Von da an wurde er den Hickser bis zu seinem Tod im Jahre 1991 nicht mehr los.
ddp/bdw – Christine Amrhein





