Warum die Mammuts und Urwildpferde in Nordamerika am Übergang des Pleistozäns zum Holozän vor rund 11 000 Jahren ausstarben, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Die „Keystone-Hypothese” geht davon aus, dass die grasfressenden Mammuts als „Schlussstein” (Keystone) das Ökosystem der Tundra im Gleichgewicht gehalten haben. Mit ihrer Dezimierung durch den Menschen kippte das System, die Vegetation änderte sich und anderen Tieren wie den Urpferden wurde die Lebensgrundlage entzogen.
Die „Blitzkrieg-Hypothese” dagegen besagt, dass nach der Ankunft des Menschen in Amerika die Mammuts durch die Jagd rasch ausgerottet wurden.
Der US-Forscher Dale Guthrie von der University of Alaska in Fairbanks hält beide Theorien für falsch. Der Biologe hat in Alaska und im Yukon-Territorium das genaue Alter von mehr als 600 Knochenresten von Mammuts und Urwildpferden bestimmt, ebenso wie von Arten, die den Übergang vom Pleistozän zum Holozän überlebt hatten: von Bisons, Wapiti-Hirschen – und vom Menschen. Guthries Daten zeigen, dass die Zahl der Urpferde bereits rund 1000 Jahre vor dem Rückgang der Mammut-Population abgenommen hatte. Auch die Blitzkrieg- Hypothese wurde durch seine Befunde nicht bestätigt.
Guthrie schließt nicht aus, dass der Mensch die Mammuts bejagt hat, aber als Hauptgrund für das große Sterben vermutet er einen drastischen Klimawandel: Während des Übergangs vom Pleistozän zum Holozän stiegen die Durchschnittstemperaturen immer mehr an – das hätte die Ökologie so einschneidend verändert, dass ganze Arten ausstarben, darunter die Mammuts, meint Guthrie.





