Gärten inmitten der Stadt
„Mir gefiel die Idee, selbst etwas zu gründen. Ich habe Earth Guardians kontaktiert und dann haben eine Kommilitonin und ich gemeinsam an der Uni eine Gruppe gestartet. Inzwischen sind wir 15 Leute“, erzählt er. Der Fokus der Gruppe liegt auf lokalen Aktionen, um das Stadtbild zu verbessern. „Wir wollen Hochbeete in der Nähe des Bahnhofs installieren, um die Stadt grüner zu machen“, erzählt Louka. „Die Leute sollen sehen, dass ein kleiner Garten auch mitten in der Stadt möglich ist“, findet er. Die Gruppe ist mit der Stadt Mannheim im Gespräch, die Stadtplanung muss zustimmen, die Sicherheit muss gewährleistet sein. Es klingt nach viel Bürokratie, doch Louka ist zuversichtlich. „Die erste Etappe der Gespräche verlief gut“, findet er. Über solche Aktionen hinaus setzt Earth Guardians international Themenschwerpunkte, die die einzelnen Gruppen vor Ort mit eigenen Ideen umsetzen. Das aktuelle Thema ist Wasser. „Wir haben deshalb einige Clean-ups gemacht, also Müll an den Ufern von Rhein und Neckar gesammelt“, erzählt Louka. „Außerdem entwickeln wir ‧gerade einen Workshop zum Thema Wasserverbrauch, mit dem wir an Schulen gehen möchten.“
Internationale Gruppe, lokale Projekte
Inzwischen ist Louka „Regional Director“ für Earth Guardians in Deutschland und hilft Interessierten in anderen Städten, Gruppen aufzubauen. Die Zusammenarbeit in der internationalen Organisation gefällt ihm.
Auch innerhalb der Mannheimer Gruppe ist die Vielfalt groß, die Mitglieder kommen aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien und China. „Es ist interessant zu erleben, wie unterschiedlich alle arbeiten. Wir lernen voneinander“, sagt er. Fachlich allerdings sind die Hintergründe ähnlich, alle in der Gruppe studieren BWL oder VWL. Ist das nicht ein bisschen ungewöhnlich? Für die Frage hat Louka nur ein mildes Lächeln übrig. „Es entspricht nun mal nicht jeder dem Klischee“, erinnert er. Aber ganz von der Hand weisen kann er die Tatsache nicht. „Wir haben einen in unserer Gruppe, der ohne uns nie im Bereich Umweltschutz aktiv geworden wäre. Es ist schön zu sehen, dass sich Leute verändern können“, findet Louka. Und er hat ein Argument, warum gerade ihr Engagement wichtig ist: „Viele aus diesen Studiengängen werden später in Unternehmen arbeiten, vielleicht auch in Führungspositionen. Der Klimawandel hängt mit der Wirtschaft zusammen und wir müssen das System verändern. Wenn die Leute, die in diesen Bereichen arbeiten, das verstehen, ist das ein guter Schritt.“
Der Beitrag stammt aus der Ausgabe 5/2020 von natur, die Sie hier bestellen können. In Zukunft stellen wir in jeder natur-Ausgabe und auf unserer Website junge Menschen vor, die sich aktiv für Natur, Umwelt und Klima engagieren. Vorschläge gern an redaktion-natur@konradin.de




