In Monaco selbst sucht man Thunfisch vergebens
Rechtzeitig vor Beginn der neuen Thunfischjagd-Saison im Mai hat Fürst Albert sein Nachbarland Frankreich zur Räson gerufen. „Die Durchschnittsgröße der im Mittelmeer gefangenen Roten Thunfische hat sich in zehn Jahren halbiert“, warnt der Fürst in der Zeitung Le Parisien, die letzte Chance, dass sich die Bestände erholten, läge darin, sie zwei bis drei Jahre in Ruhe zu lassen. „Man darf nicht untätig bleiben, wenn das System der Fangquoten nicht funktioniert und die illegale Fischerei andauert“, meint Albert. Und so hat er bei der UN ein Handelsverbot für Roten Thun aus Mittelmeer und Ostatlantik beantragt. Ein ausgewachsenes Exemplar des majestätischen Fisches kann viereinhalb Meter lang und über 600 Kilogramm schwer werden. In Monaco selbst sucht man Thunfisch vergebens; Händler, Restaurants, Supermärkte – sie alle müssen bereits seit einem Jahr auf die gefährdete Art verzichten.
Fürst Albert erzählt, dass es sein Vater Rainier war, der früh schon sein Interesse für die Natur geweckt hat: „Als ich sieben Jahre alt war, schenkte er mir ein Poster aus dem National Geographic. Es zeigte, wie der Mensch die Erde verschmutzt, wie wir Meere und Flüsse mit Schadstoffen belasten, wie Flugzeuge die Ozonschicht zerstören. Ich hängte es an die Wand meines Zimmers, wo es viele Jahre blieb. Ein verkleinertes Exemplar nehme ich noch heute auf viele meiner Reisen mit.“ Auch seine tiefe Liebe zu Tieren führt er auf die Kindheit zurück: Im Palast der Grimaldis gab es einen Privatzoo, in dem ihn vor allem der Gorilla Gory faszinierte. „Er war so groß und kraftvoll. Oft schaute er mir in die Augen, und ich fragte mich, was er wohl denken mag.“
Seit er im Jahr 2005, nach dem Tod seines Vaters, die Führung von Monaco übernommen hat, krempelt Fürst Albert das Image des kleinen Landes ordentlich um: „Monaco ist nicht das größte Land der Erde, aber ich bin entschlossen, es in Sachen Umwelt zu einem der progressivsten zu machen“, erklärt er. Die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls war eine seiner ersten Amtshandlungen. Den Palastzoo hat er längst in einen Streichelzoo für Kinder umgewandelt und die wilden Tiere an Organisationen übergeben, die sie nach Möglichkeit auswildern. Er entwarf Pläne zu einer flächendeckenden Infrastruktur für Elektromobile, 2007 übernahm er die Schirmherrschaft beim UN-Jahr des Delfins.
Albert startet also richtig durch. Obwohl ihm das viele nicht zugetraut hatten. Denn der „grüne Prinz“, wie ihn heute viele nennen, galt lange als Partyprinz und Playboy. Affären mit Schauspielerin Brooke Shields, Model Claudia Schiffer und diversen anderen Schönheiten des internationalen Jetsets, aber auch mit weniger prominenten Damen gingen durch die bunten Blätter. Zwei uneheliche Kinder wurden Albert nachgewiesen: eine heute 18-jährige Tochter, die er mit einer Kellnerin in einem Urlaub zeugte, und ein sechsjähriger Sohn aus der Liaison mit einer Flugbegleiterin.





