Trotz ihres einfach strukturierten Gehirns können Fliegenlarven über ihr Verhalten nachdenken. Das haben Biologen der Universität Würzburg herausgefunden. Bertram Gerber und Thomas Hendel hatten die drei Millimeter großen Larven der Taufliege Drosophila zunächst darauf trainiert, dass ein bestimmter Geruch zuckerhaltige Nahrung verspricht. Bevor sich die Maden allerdings in Bewegung setzten, „überlegten” sie, ob sich der Aufwand auch lohnt. Knabberten sie bereits an süßem Futter, so rührten sie sich nicht. Gerber: „Die Larven setzen die Informationen aus ihrem Gedächtnis nur dann in Aktivität um, wenn ihnen das etwas bringt. Sie streben sozusagen nach Gewinn.” Ein solches Verhalten war bei Insekten bisher unbekannt. Dass zwischen dem Abrufen einer Information aus dem Gedächtnis und der folgenden Handlung ein regulatorischer Zwischenschritt steht, wurde bisher nur bei höheren Tieren beobachtet.





