Daniel Wilhelms, Design-Student der Fachhochschule Trier, mag sich den „Rasen” mancher Fußballstadien gar nicht anschauen: Spärliche Grasbüschel sprießen zwischen braunen Erdschollen, und statt auf saftigem Grün nach einem Flachpass präzise den Angespielten zu finden, hoppelt der Ball unvorhersehbar durch eine vertrocknete Buschlandschaft. „Unhaltbare Zustände”, befand der Hobby-Kicker und beschloss, mit seiner Diplomarbeit Abhilfe zu schaffen. Heraus kam Revolutionäres: der „Naturistick Düngerstollen”.
Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial. In die Schraubstollen der Fußballschuhe wird eine 1,5 Zentimeter dicke Düngersubstanz eingearbeitet, die durch eine Harzmembran austritt, wenn der Spieler läuft. Diese „zonendifferenzierte Düngung” soll laut Wilhelms für einen dichteren Wuchs des Grases nach dem Spiel sorgen.
Ob sich Profis wie Michael Ballack allerdings einfach zum Gärtner machen lassen, ist die Frage – wenn auch mancher nationale Fußballverband die Düngung seiner Arenen durch die immerhin hochbezahlten Kicker wohl begrüßen würde. So etwa die Albaner, die sicher begeistert davon wären, wenn die Naturistick Düngerstollen aus ihrem berüchtigten Fußballacker in Tirana so etwas wie den heiligen Rasen des Wembleystadions machen würden.





