Der Wirkstoff Parthenolid des Mutterkrauts (Chrysan- themum parthenium) könnte die Behandlung von myeloider Leukämie revolutionieren – eines Blutkrebses, bei dem zu viele weiße Blutkörperchen produziert werden und gleichzeitig die Immunabwehr geschwächt ist.
US-Forscher der University of Rochester um Craig T. Jordan und Monica L. Guzman haben herausgefunden, dass Parthenolid bereits Leukämiestammzellen abtötet – ein signifikanter Unterschied zu herkömmlichen Behandlungen des Blutkrebses. Selbst das bisher wirkungsvollste Medikament Gleevec sei nicht so effektiv, erklärte Jordan. Das Mutterkraut gilt schon seit Jahrhunderten als bewährtes Hausmittel gegen Fieber, Entzündungen, Migräne und Arthritis. Die Mediziner waren auf die Pflanze aufmerksam geworden, als eine Studie ihr eine vorbeugende Wirkung gegen Hautkrebs attestierte. Sie untersuchten daraufhin im Labor, wie myeloide Leukämiezellen auf hohe Konzentrationen von Parthenolid reagieren. Es stellte sich heraus, dass der Stoff die Leukämiezellen abtötet, gesunde Zellen aber weitgehend verschont.
„Endlich ist es möglich, die Krankheit an der Wurzel zu packen” , betonte Jordan. Als nächstes ist geplant, experimentelle Medikamente auf der Basis des Pflanzenwirkstoffs im klinischen Versuch zu erproben.




