Die menschliche Fähigkeit des Lachens könnte früher in der Evolution entstanden sein als das Sprechvermögen. Grund zu dieser Annahme liefern zahlreiche Versuche an Tieren, beispielsweise Affen und Ratten, die nachweislich lachähnliche Geräusche von sich geben. Zum Lachen gebracht werden Tiere ? ebenso wie Menschen ? durch Situationen wie ausgelassenes Spielen und Kitzeln. Ein besseres Verständnis dieser tierischen Emotionen könnte helfen, auch die entsprechenden menschlichen Fähigkeiten und ihren Ursprung besser zu begreifen. Das schreibt der amerikanische Wissenschaftler Jaak Panksepp von der Bowling Green State University in Ohio (USA) in der Fachzeitschrift Science (Bd. 308, 1. April).
Panksepp beruft sich auf eine Vielzahl an Versuchen, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden. Dabei hebt der emeritierte Psychologieprofessor besonders die lachenden Ratten hervor, mit denen er und sein Team sich ausführlich beschäftigten. Wenn Ratten spielen, produzieren sie offenbar gleichzeitig eine Kakophonie an Zirpgeräuschen im Bereich von etwa 50 Kilohertz, die Experten zufolge positive Emotionen reflektieren. Einige dieser Zirptöne klingen dabei fröhlicher als andere, wie Ultraschall-Untersuchungen zeigten.
Auch Kitzeln ist bei Ratten offenbar sehr beliebt. Panksepp und seine Kollegen konnten durch geschicktes Kitzeln von Versuchstieren das freudige 50-Kilohertz-Zirpen hervorrufen. Bereits nach kurzer Zeit waren die Nager so konditioniert, dass sie von sich aus nach dem Kitzelreiz suchten. Gleichzeitig verbrachten die lachlustigen Tiere generell mehr Zeit mit Ratten, die ebenfalls gerne zirpten, als mit schweigsameren Artgenossen.
Das Verständnis der Nervenschaltungen im Gehirn dieser fröhlichen Ratten könnte erklären, wie und wann die menschliche Fähigkeit zum Lachen und Herumalbern entstanden ist. Neuronale Netzwerke fürs Lachen existieren offenbar schon in sehr ursprünglichen Regionen des menschlichen Gehirns, erklärt Panksepp. Auch Kinder beginnen bereits in frühen Entwicklungsphasen zu lachen, betont der Forscher ? ein weiterer Hinweis dafür, dass sich diese Fähigkeit schon früh in der Evolution entwickelt haben könnte. Eine weitere Gemeinsamkeit von Mensch und Tier zeigt ein Vergleich von Kindern und jungen Affen: Beide lieben es, sich gegenseitig zu jagen. Gelächter ertönt dabei sowohl beim Jäger als auch beim Verfolgten, doch sowohl der menschliche als auch der tierische Gejagte lacht deutlich mehr als sein jeweiliger Verfolger.
ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Offermann





