Menschen haben mehr mit einem Wurm gemein als bisher angenommen. Morris Maduro und Joel Rothman von der University of California, Santa Barbara entdeckten durch Forschung an dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans ein Gen, das die Bildung von inneren Organen in Nematoden (Fadenwürmern) und Wirbeltieren steuert.
Der Fadenwurm C. elegans ist wahrscheinlich das am Genauesten beschriebene Tier auf unserem Planeten. Das Ergebnis dieser Studie lässt vermuten, dass an ihm gewonnene Forschungsergebnisse auf den Menschen teilweise übertragbar sind. So könnte man durch Untersuchungen über die frühe Entwicklung des Fadenwurmes mehr über die Entwicklung beim Menschen lernen.
Die Embryonen der meisten Tiere bestehen in ihren frühen Entwicklungsstadien aus drei Lagen: dem Ektoderm, dem Mesoderm und dem Endoderm. Bei den Wirbeltieren entwickelt sich aus dem Mesoderm das Herz und die Muskeln, aus dem Endoderm entstehen die inneren Organe wie Leber oder Lunge. Bei den Fadenwürmern entstehen keine Zellagen. Aus einer Zelle, die dem Mesoderm bei den Wirbeltieren entsprechen würde, entwickeln sich die Muskeln und aus einer dem Endoderm entsprechenden Zelle, entwickelt sich ein Verdauungsorgan.
Der Embryo von C. elgans besteht aus 4 Zellen, von denen je eine die Organe des Endoderms oder des Mesoderms produziert. Ein Gen entscheidet darüber, welche von diesen vier Zellen sich in welche Richtung entwickelt. Dasselbe Gen kontolliert auch die frühe Entwicklung der Zellen der Wirbeltierembryonen.
Ralf Möller





