Text: Roman Goergen
Am frühen Morgen ist das Licht in der Atacama-Wüste noch ein schummriges Grau. Der Boden ist stellenweise feucht – benetzt von einem Nebel, der bei Tagesbeginn in sanften Wellen über Felsen und Geröllhänge fließt. Camanchaca nennen die Menschen im Norden Chiles dieses Wetterphänomen, das dort Leben bringt, wo es manchmal jahrzehntelang nicht regnet. Dank des besonderen Klimas wachsen hier an den steilen Küstenhängen rund um den kleinen Ort Paposo einige der seltensten Kakteengattungen der Welt: die Copiapoa. Diese Pflanzen beziehen ihr Wasser fast ausschließlich aus dem maritimen Nebel, der in dieser lebensfeindlichen Region eine überraschende Vielfalt möglich macht.





