Auslöser der Krankheit ist der Herpes-Virus HHV-8
Das Kaposi-Sarkom ist ein von den kleinen Gefäßen und Kapillaren der Haut ausgehender Tumor, der seit den 30er Jahren eine mit dem HIV-Virus gekoppelte Form ausbildete. Ausgelöst wir die Krankheit durch das Herpes-Virus HHV-8, wobei lange unklar war, auf welchem Wege das Virus von einem Menschen zum anderen gelangt. Doch jetzt fanden Forscher vom Department of Laboratory Medicine der University of Washington und des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle heraus, dass die Gefahr weniger vom Geschlechtsverkehr ausgeht, als vom Küssen (New England Journal of Medicine, 9. November 2000).
John Pauk untersuchte mit seinen Kollegen 112 homosexuelle Männer. Von den an AIDS erkrankten Männern waren 40 Prozent mit dem Virus infiziert. Jedoch nur 20 Prozent der gesunden Männern trugen den Erreger in sich. Bei der Untersuchung der Körperflüssigkeiten fiel auf, dass das Virus im Sperma viel geringer konzentriert war, als im Speichel der infizierten Männer. Die orale Übertragung des Virus könnte somit auch erklären, warum in Afrika und Südeuropa, wo der Tumor seit Jahrhunderten verbreitet ist, Kinder gleichermaßen betroffen sind. Hinzu kommt, dass die ersten Anzeichen des Kaposi-Sarkoms häufig im Mund auftreten. Eine HHV-8-Infektion bedeutet indes noch lange nicht, dass sich zwangsläufig ein Kaposi-Sarkom entwickelt. Die meisten infizierten Menschen sind frei von jeglichen Symptomen.
Beim Kaposi-Sarkom bilden sich vorwiegend an Füßen und Händen schmerzhafte, rötliche Knoten. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie etwa AIDS-Kranke leiden unter diesem Tumor. In der Regel ist er mit Chemotherapie gut beherrschbar, doch kann er auf die inneren Organe übergreifen und so zum Tode führen.
Joachim Schüring




