Wissenschaftler arbeiten daher intensiv an einer Impfung gegen Karies. Taubman und Smith sind dabei nun einen großen Schritt weitergekommen: Sie identifizierten wichtige Bestandteil der Streptokokken, die beim Menschen eine Immunantwort auslösen. Erste Impfversuche an Tieren verliefen erfolgreich. Nun wollen die Forscher mithilfe einer Impfung über die Schleimhaut auch beim Menschen die Produktion von Antikörpern anregen. Diese Abwehrproteine sollen die Schlüsseleiweiße hemmen, die die Bakterien für ihre Vermehrung benötigen.
Taubman und Smith vermuten, der größte Erfolg werde mit der Impfung von etwa einjährigen Kindern erzielt, deren Zähne bereits hervorguckten, aber noch nicht von Streptokokken besiedelt seien. “Zu diesem Zeitpunkt ist das Immunsystem der Kinder genügend entwickelt, um Antikörper zu produzieren, welche die Vermehrung von Streptococcus mutans und damit auch die Produktion der zerstörerischen Säuren verhindern”, erklärt Taubman. Denn hätten sich die Bakterien erst einmal auf den Zähnen angesammelt, würden zwar Antikörper gebildet, diese könnten jedoch das Faulen der Zähne nicht aufhalten. Die neue Impfung soll in Form eines Nasensprays verabreicht werden. So werde einerseits das Lymphgewebe bestmöglich stimuliert, wodurch Antikörper beispielsweise in den Speichel abgegeben werden. Andererseits sei ein Nasenspray bei Kleinkindern einfach anzuwenden, schreiben die Forscher.





