Analysierter Kakerlaken-Duft
Er und seine Kollegen haben nun den Geruch des Kakerlaken-Kots zu Analysezwecken buchstäblich auseinandergenommen: Sie identifizierten die einzelnen Geruchsbestandteile mittels Gaschromatografie und Massenspektroskopie. Insgesamt fanden sie 40 Einzelkomponenten, aus denen der miefende Cocktail mit Kommunikationsfunktion besteht. Dabei ergab sich die Frage, ob einige der flüchtigen Substanzen durch die Aktivität von Darmbakterien entstehen. Um ihr nachzugehen, zogen die Forscher einige Versuchs-Schaben unter sterilen Bedingungen auf, so dass sie über keine Darmbakterien verfügten.
Darmbakterien sorgen für Lock-Komponenten
Tests belegten, dass die Ausscheidungen dieser Kakerlaken die Lockfunktion gegenüber Artgenossen nicht mehr erfüllten. “Wenn die Darmbakterien fehlen, fehlen auch die Aggregationspheromone”, resümiert Schal. Weitere Analysen ergaben, dass den bakterienlos entstandenen Kakerlaken-Geschäftchen zwölf spezielle Geruchskomponenten fehlten, deren Bildung demnach mit der Aktivität der Kakerlaken-Darmflora verknüpft zu sein scheint.
Bald Fallen mit Spezial-Duft?
Die Ergebnisse legen nun nahe, dass Darmbakterien eine wichtige Rolle bei den Kommunikationssystemen von Insekten spielen, sagen die Forscher. Im Fall der Küchenschabe könnten Einblicke in die Komponenten ihrer Pheromon-Kommunikation nun letztlich dem Arsenal des Kammerjägers zu Gute kommen. Neuartige Köder mit duftender Wilkommensbotschaft könnten die ungebetenen Küchenbewohner besonders effektiv in die Falle locken.





