Die von Kühen auf den Menschen übertragene neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK), kann möglicherweise durch Bluttransfusionen weitergereicht werden. Das legen Tierversuche in Großbritannien nahe.
Bisherige Gegenmaßnahmen reichen wahrscheinlich nicht, um die Gefahr einzudämmen, schreibt das in London erscheinende Magazin “New Scientist” (Online-Ausgabe).
Die ersten Symptome der Krankheit, bei der das Gehirn langsam schwammförmig wird, treten meist erst Jahre nach der Infektion auf. Bei Blutspendern gibt es keine Möglichkeit, eine noch nicht offen zutage tretende Infektion nachzuweisen.
In England sind bisher acht Spender bekannt, die später erkrankt sind und wahrscheinlich verseuchtes Blut gespendet hatten. Von den insgesamt 22 Empfängern zeigt bisher indes niemand Anzeichen des Leidens.
Forscher konnten nun jedoch bei Versuchen mit an Scrapie erkrankten Schafen zeigen, dass Blutübertragungen ein möglicher Weg für die Weitergabe der Krankheit sind. Scrapie hat viele Ähnlichkeiten mit vCJK und infizierte Schafe gelten daher unter Medizinern als das beste Tiermodell für Creutzfeldt-Jakob.
Schon früher gingen Forscher davon aus, dass Blutübertragungen vCJK weiterreichen können. Man vermutete die infektiösen Bestandteile des Blutes vor allem in den weißen Blutkörperchen. In England werden daher aus gespendetem Blut diese Zellen weitgehend herausgefiltert. Bei den Versuchen an den Schafen erkrankten Tiere jedoch nicht, die konzentriert weiße Blutkörperchen erhalten hatten. Ungefiltertes Blut gab die Krankheit hingegen weiter.
Demnach wären nicht die weißen Blutkörperchen sondern andere Bestandteile des Blutes infektiös. Bisherigen Versuche, Transfusionen sicher zu machen, sind daher vermutlich nicht ausreichend, sagen die Forscher.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





