Bild: UNCCC
Heute startet die nächste Weltklimakonferenz in Madrid, nachdem Chile aufgrund andauernder Proteste eine Ersatz-Location für die Großveranstaltung suchen musste. Doch auch inhaltlich wird die Konferenz kein einfacher Termin. So viele Maßnahmen müssen angestoßen, letzte Vertragspunkte beschlossen werden. Das treffende Motto: Zeit zu handeln. Ein Bericht zum Auftakt
Zum Start des CDU-Parteitags Ende November klauten Umweltschutz-Aktivisten das C aus dem Namensschild der Parteizentrale in Berlin. Die Partei sei nicht mehr christlich, so der Vorwurf von Greenpeace. Der Klimawandel bringe die Schöpfung in Gefahr, und die CDU schaue einfach weg. Und doch wird es bei den anstehenden internationalen Klimaverhandlungen in Madrid (COP25) entscheidend auf die CDU, genauer auf zwei Frauen dieser Partei, ankommen: Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen werden diejenigen sein, in deren Händen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg der COP25 liegt.
Denn in einem Vierteljahrhundert internationaler Klimaverhandlungen hat sich zwar deutlich bestätigt, dass wir auf eine menschengemachte Klimakrise zusteuern. Doch von einer erfolgreichen Umsetzung dringend benötigter Klimaschutzmaßnahmen sind wir weit entfernt. Zeit zu handeln lautet denn auch das Motto der diesjährigen Konferenz, die vom 2. bis 13. Dezember stattfinden wird.
Wer übernimmt die Führung?
Weltweit gingen Ende September viele Millionen Menschen für eine bessere Klimapolitik auf die Straße, die größten Klimaproteste aller Zeiten. Auch in Deutschland beteiligten sich 1,4 Millionen Menschen. Am vergangenen Freitag wurde erneut weltweit für den Klimaschutz gestreikt. Doch dem Aufschrei der Zivilgesellschaft steht leider noch kein Aufbruch auf politischer Ebene gegenüber. Anders als in Vorjahren gibt es auf der COP wenig Anwärter, die diese Führungsrolle übernehmen könnten. Die internationale Zusammenarbeit steckt gerade in vielen Krisen fest – internationale Handelsstreitigkeiten aber auch das Auftreten einzelner Politiker erschweren die länderübergreifende Kooperation.




Sylvia Ratzlaff arbeitet für den WWF und berichtet für natur von der Klimakonferenz in Madrid.
