Sich wie die Karnickel zu vermehren ist kein Garant für den Erhalt einer Art. Im Gegenteil: Organismen die in kurzer Zeit viele Nachkommen zeugen, sind anfälliger für schädigende Mutationen und können durch widerstandsfähigere Arten verdrängt werden.
Was lange vermutet wurde, haben Evolutionsforscher um Richard Lenski and Charles Ofria von der Michigan State University nun mithilfe eines außergewöhnlichen Computerprogramms bewiesen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben sie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature veröffentlicht.
Das Programm bildet die Entwicklung von Generationen digitaler Organismen bei verschiedenen Mutationsraten auf dem Monitor ab. Dabei schrumpfen Jahre dauernde Evolutionsprozesse zu wenigen Minuten.
Bei hohen Mutationsraten konnten die Wissenschaftler in der Nachkommenschaft besonders zeugungsfreudiger Spezies, laut Lenski, “zwar viele Kinder aber nur wenige Enkel” entdecken. Ein Großteil der zahlreichen Sprösslinge fiel offenbar zerstörerischen Mutationen zum Opfer. Sich mit Muße fortpflanzende Organismen zeigten sich dagegen deutlich widerstandsfähiger.
Andrea Hoferichter





