Dass diese Form des Klonens prinzipiell möglich ist, haben bereits viele Studien an verschiedenen Tierarten gezeigt. Grundsätzlich verläuft die Methode immer gleich: Man entfernt den Zellkern einer Eizelle, ersetzt ihn durch den Kern einer bereits spezialisierten Körperzelle, meist einer Hautzelle, und regt die Eizelle anschließend dazu an, sich zu teilen. Auf diese Weise bildet sich ein Embryo, dessen Erbgut eine nahezu exakte Kopie des Körperzellen-Spenders ist und aus dem sich entsprechend genau passende embryonale Stammzellen gewinnen lassen.
Allerdings scheiterten bisher nahezu alle Versuche, diese Technik auch bei menschlichen Eizellen anzuwenden. Zwar gelang es einem US-Forscherteam im Jahr 2008, Embryonen in dem als kritisch geltenden Blastozystenstadium zu erzeugen, Stammzellen konnten sie jedoch nicht gewinnen. Da das therapeutische Klonen zudem ethisch umstritten ist – schließlich sterben die Embryonen bei der Stammzellentnahme –, ließ das Interesse daran in den vergangenen Jahren stark nach. Das lag allerdings auch daran, dass der Japaner Shin’ya Yamanaka anscheinend eine echte Alternative gefunden hat: Er konnte zeigen, dass es mit Hilfe einiger Chemikalien möglich ist, Hautzellen in stammzellartige Zellen, die sogenannten induzierten Pluripotenten Stammzellen oder iPS, umzuprogrammieren.
Doch jetzt könnte sich das Blatt wieder wenden, denn Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health and Science University und seinen Kollegen ist offenbar wirklich ein Durchbruch gelungen: Sie konnten nicht nur problemlos die begehrten Stammzellen erzeugen, ihre Technik ist auch weit effizienter, als man jemals für möglich gehalten hatte. So benötigten sie für einen gelungenen Versuch lediglich zwei – allerdings qualitativ sehr hochwertige – gespendete Eizellen, und nicht mehrere Hundert, wie es bei bisherigen Ansätzen häufig nötig war.
Der Grund für diesen Erfolg sei gewesen, dass sie zuerst versucht hätten, die Vorgänge rund um den Kernaustausch so genau wie möglich zu verstehen und die Methode dann entsprechend zu optimieren, erläutert Mitalipov. Zugute kam ihm und seinen Kollegen dabei, dass sie bereits langjährige Erfahrung beim Klonen von Affen besaßen – Tieren, die sehr viel enger mit dem Menschen verwandt sind als Mäuse oder Ratten. Die dabei verwendeten Techniken seien also eine viel bessere Basis für die Optimierung gewesen als die bisher genutzten, so das Team.





