Zurzeit verhandeln auf der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai die Delegierten von 197 Ländern über den Klimaschutz und mögliche Maßnahmen, um die Pariser Klimaschutzziele wenigstens noch ansatzweise erreichen zu können. Schon im Vorfeld hatten die UN und die World Meteorological Organization (WMO) Berichte über die Treibhausgas-Emissionen und den Zustand der Atmosphäre für das Jahr 2022 veröffentlicht. Demnach waren die Treibhausgas-Werte der Erdatmosphäre Ende 2022 so hoch wie seit drei Millionen Jahren nicht mehr. Gleichzeitig reichen die gemäß dem Pariser Klimaabkommen eingereichten Nationalen Selbstverpflichtungen (NDC) der Länder nicht einmal ansatzweise, um die Klimaschutzziele von maximal zwei Grad Erwärmung gegenüber präindustriellen Werten, noch besser 1,5 Grad zu erreichen.

Der Emissionstrend geht weiter nach oben
Jetzt hat auch das Global Carbon Project (GCP) seine alljährlichen CO2-Prognosen für das laufende Jahr veröffentlicht – mit ebenfalls nur bedingt ermutigenden Ergebnissen. Demnach werden die anthropogenen CO2-Emissionen auch im Jahr 2023 wieder ein neues Rekordniveau erreichen. Der CO2-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen wird in diesem Jahr demnach auf 36,8 Milliarden Tonnen ansteigen – 1,1 Prozent mehr als 2022. Triebkraft dieser Entwicklung ist die in vielen Regionen noch immer zunehmende Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas: Der CO2-Ausstoß durch die Verbrennung von Kohle macht 41 Prozent der Gesamtemissionen aus und wird 2023 erneut um 1,1 Prozent ansteigen, bei Erdöl und Erdgas liegt der Zuwachs gegenüber 2022 bei 1,5 und 0,5 Prozent, wie das Global Carbon Project berichtet. Größte Emittenten sind nach wie vor China, die USA und Indien, Deutschland liegt jedoch ebenfalls unter den Top Ten. Zu den großen Emittenten gehören auch die globale Zementindustrie und der Flug- und Schiffsverkehr, in beiden Bereichen hat der CO2-Ausstoß in diesem Jahr weiter zugenommen, beim Flugverkehr sogar um 28 Prozent gegenüber 2022.
Allerdings gibt es deutliche regionale und nationale Unterschiede in den Emissionstrends: Für China, das für 31 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist, prognostizieren die Forschenden einen Anstieg der CO2-Emissionen in 2023 um rund vier Prozent. Indien, mit acht Prozent der globalen Emissionen auf Rang 3, wird seinen CO2-Ausstoß in diesem Jahr um weitere acht Prozent erhöhen. In der EU und den USA hat der CO2-Ausstoß in diesem Jahr dagegen um 7,4 und drei Prozent abgenommen. Ursachen sind in den USA vor allem der Umstieg von Kohle auf Erdgas, in der EU wirkte sich die Energiekrise durch den Ukrainekrieg und der Ausbau erneuerbarer Energien positiv auf die Emissionsbilanz aus. Ebenfalls eine leichte Abnahme um 0,4 Prozent gibt es im Rest der Welt. „Obwohl die Anzeichen für den Klimawandel überall offensichtlich werden, bleibt das Handeln zur Senkung der CO2-Emissionen schmerzhaft langsam“, sagt Studienleiter Pierre Friedlingstein von der University of Exeter. Es gebe bisher keine Anzeichen für die schnelle Abnahme der globalen Emissionen, der für die Bekämpfung des Klimawandels nötig sei.





