Forscher wollen mit gerichtsmedizinischen Mitteln Wilderern auf die Spur kommen, die es auf das Horn von Nashörnern abgesehen haben. Das Horn wird zu Messerklingen verarbeitet oder pulverisiert als Potenzmittel verkauft. Durch die illegale Jagd auf die bedrohten Tiere existieren von dem Spitzmaulnashörnern nur noch wenige tausend Exemplare und von den sehr seltenen Java-Nashörnern weltweit nicht einmal mehr zweihundert. Mithilfe chemischer Fingerabdrücke sollen nun die Handelswege der Wilderer ausgekundschaftet werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 6. September).
“Die Chemie eines Horns wird vom Klima, der Geologie und der Vegetation in der Umgebung von Nashörnern bestimmt”, erklärt Rajan Amin vom Zoologischen Institut in London, der an der Entwicklung des Tests beteiligt war. Mit Hilfe von Spektrometern kann der Gehalt an Sauerstoff- und Kohlenstoffisotopen, sowie die Menge an Eisen, Kupfer und Strontium bestimmt werden. Die Ergebnisse der Messungen werden mit vorhergehenden Messungen verglichen, um die Herkunft des Horns dingfest zu machen.
Der Test ist noch nicht beweiskräftig genug, um auch vor Gericht bestehen zu können, erklärt Amin. Dazu müssten erst weitere Messreihen an Horn aus verschiedenen Gegenden durchgeführt werden. Allerdings geben die Messungen bereits Hinweise dazu, an welchen Orten Wilderer aktiv sein könnten.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek





