Entgegen der alten Lehrmeinung lassen sich Wasser und Öl möglicherweise doch vermischen. Ein australischer Chemiker hat ein Wasser-Öl-Gemisch völlig entgast und dadurch eine dauerhafte Emulsion hergestellt, berichtet der New Scientist (Ausgabe vom 22. Februar, S. 17).
Um eine Emulsion herzustellen, wird das Gemisch aus Wasser und Öl wie beim Salatdressing normalerweise geschüttelt oder gerührt oder es werden Stabilisatoren hinzugefügt. Sollte es möglich sein, solche stabilen Emulsionen auch durch Entgasen zu produzieren, fänden sich viele Anwendungen: zum Beispiel für Medikamente, die nur in Öl löslich sind oder für Emulsionsfarben.
Hydrophobe Kräfte, die über große Distanzen hinweg wirken, sorgen in einem Wasser-Öl-Gemisch dafür, dass sich mehrere Öltropfen im Wasser zu einem großen Tropfen vereinigen. Diese Kräfte konnten Chemiker bisher messen, aber nicht erklären. Ric Pashley hat nun solche großen Öltropfen beobachtet, als sie gerade wieder voneinander getrennt wurden. Dabei hat er auf den Oberflächen der Öltropfen mikroskopisch kleine Hohlräume entdeckt.
Bei diesen Hohlräumen handelt es sich vermutlich um Gas, welches das Öl dem Wasser entzogen hatte, meinte der Chemiker. Daher wollte er herausfinden, was passiert, wenn er das Gas dem Gemisch entzieht. Mit einer Emulsion hatte er jedoch nicht gerechnet. Nun vermutet Pashley, dass gelöstes Gas eine Rolle spielt, wenn sich Öltropfen im Wasser zusammenschließen. Wird das Gas aus dem Wasser entfernt, könnte dies die auf große Distanz wirkenden hydrophoben Kräfte aufheben und damit zur Entstehung einer Emulsion führen.
Birgit Schätz





