Chemiker haben sich als Architekten auf molekularer Ebene betätigt: Sie haben einen Katalysator für die Erdölaufbereitung umgebaut und so verbessert. Einsatzgebiet des neuen Katalysators soll der Crackprozeß sein. Dabei “zerschneiden” die Raffinerien lange Molekülketten in viele kurze Moleküle aus denen dann zum Beispiel Kunststoffe gefertigt werden. Wie sie den Katalysator hergestellt und getestet haben, beschreiben die Forscher um Avelino Corma in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 418, S. 514).
Die Standardkatalysatoren im Crackprozeß gehören zur Gruppe der Zeolithe ? das sind Molekülgerüste mit großen Hohlräumen. Durch Öffnungen können sich die langen Molekülketten des Rohöls in die Hohlräume hinein winden, wo sie in kleinere Stückchen zerbrochen werden. Ob überhaupt und wie schnell das geht, entscheiden die Ausmaße des Hohlraums und die Zahl und Größe der Öffnungen.
Die spanischen Wissenschaftler haben nun einen neuen Zeolith gebaut, der sechs große Zugänge für die Molekülketten hat ? zwei mehr als der herkömmlich verwendete. Die Molekülketten können so auf mehr Wegen ins Innere des Katalysators gelangen. Dadurch steigt auch die katalytische Aktivität des Zeoliths, wie erste Untersuchungen zeigen.
Barbara Witthuhn





