Kurz nach einer aortokoronaren Bypass-Operation treten wesentlich weniger Komplikationen auf, wenn diese am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt wird. Gianni Angelini und Kollegen vom Bristol Heart Institute in Großbritannien kamen zu diesem Ergebnis, nachdem sie die Ergebnisse von zwei Studien verglichen, in denen Operationen mit und ohne Herz-Lungen-Maschine verglichen wurden. Ihre Resultate veröffentlichten die Wissenschaftler im Lancet.
Die ausgewerteten Studien berücksichtigten Komplikationen, die kurz nach der Operation auftraten und diejenigen, die erst nach ein bis drei Jahren auftraten. Dabei zeigte sich ein wesentlicher Unterschied bei den Komplikationen kurz nach der Operation, die Sterblichkeitsrate nach ein bis drei Jahren war ähnlich.
Nach der der Operation ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine war das Auftreten von Vorhofflimmern um 25 Prozent reduziert, Brustkorb-Infektionen um 12 Prozent und die Notwendigkeit von Transfusionen roter Blutkörperchen um 33 Prozent. Auch die Verweildauer im Krankenhaus war bei 13 Prozent der Patienten kürzer.
Angelini weist daraufhin, das sie selber in Bristol schon 60 Prozent ihrer Patienten mit dem neuen Verfahren, also ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine, operieren. Er hofft mit seinen Erkenntnissen andere zu ermutigen, ebenfalls die neue Technik zu nutzen.
Dagmar Kronenberg





