Magersucht und Bulimie können möglicherweise durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst werden. Das berichten schwedische Wissenschaftler im Fachmagazin Proceedings der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (Online-Vorabveröffentlichung).
Die Wissenschaftler um Serguei O. Fetissov vom Karolinska-Institut in Stockholm fanden in den Blutproben weiblicher Patienten mit Magersucht und mit Bulimie hohe Konzentrationen bestimmter Antikörper. Diese “Spürhunde” des Immunsystems machen Fremdkörper für die körpereigene Abwehr sichtbar. Bei den so genannten Autoimmunerkrankungen kann das Immunsystem nicht mehr zwischen körpereigenen und fremden Zellen unterscheiden.
Diese Antikörper sind im Hypothalamus und der Hypophyse
im Gehirn von Ratten besonders aktiv, fanden die Wissenschaftler heraus. Diese Regionen spielen eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des Stoffwechsels. Die Antikörper reagierten innerhalb dieser Bereiche vor allem mit den Nervenzellen, die drei bestimmte Eiweiße bilden. Diese Eiweiße, die so genannten Neuropeptide sind entscheidende Botenstoffe im Körper. Ihre Aufgabe ist es, die Energieversorgung des gesamten Organismus sicher zu stellen.
Noch ist nicht eindeutig erwiesen, ob und wie die Antikörper im Gehirn essgestörter Frauen wirken. Doch die Forscher vermuten, dass das Immunsystem die Nervenzellen entweder direkt angreift oder indirekt störend auf die Steuerung der Nahrungsaufnahme wirken.
ddp/bdw – Teresa Baethmann





