Göttinger Forscher verfüttern Hirnsubstanz von BSE-Rindern an Affen, um mögliche Übertragungswege des Erregers zu erforschen. “Auf diesem Weg soll das gesundheitliche Risiko für die Menschen erkannt werden”, sagte am Dienstag Michael Schwibbe, Sprecher des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen. “Die Forschung steht aber erst am Anfang”. Im Rahmen der europaweit einzigartigen Studie, an der auch Wissenschaftler in Frankreich, Italien und Schweden beteiligt sind, sollen insgesamt 80 Affen mit BSE-Material ernährt werden. Nach Auskunft der “Frankfurter Rundschau” (Montagsausgabe) wollen die Forscher auch untersuchen, ob sich Rinderwahnsinn durch Blut übertragen lässt.
In Göttingen arbeiten die Experten mit 18 Javaner-Affen. Diese erhalten verschiedene Mengen der Risikomaterialien, die kranken Rindern aus Großbritannien entnommen wurden. So soll untersucht werden, ob erst eine bestimmte Konzentration an Erregern zu einer Ansteckung führt und wie lang die Inkubationszeit beträgt. Das verfütterte BSE-Material wird zu diesem Zweck in Belgien speziell aufbereitet und verdünnt.
Affen sind als Versuchstiere besonders geeignet, weil ihr Organismus dem menschlichen Körper sehr ähnlich ist. Deutliche Ergebnisse über die Sicherheit von Nahrungsmitteln seien allerdings erst in einigen Jahren zu erwarten, sagte Schwibbe.
dpa





