Mithilfe eines einfachen und preiswerten Tests wollen amerikanische Mediziner künftig bereits früheste Anzeichen von Brustkrebs erkennen: Wie bei einem Abstrich von der Gebärmutterschleimhaut werden bei dem neuen Test Zellen aus dem Brustgewebe unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht. Die Methode soll es Ärzten außerdem erleichtern, die Effektivität vorbeugender Behandlungen zu verfolgen. In drei amerikanischen Klinikzentren soll die Technik nun bei Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko klinisch getestet werden, berichtet die Duke-Universität in Durham.
Mit einer feinen Nadel, die unter örtlicher Betäubung mehrfach an verschiedenen Stellen in die Brust eingeführt wird, sammeln die Ärzte Zellen aus dem gesamten Brustgewebe. Bei diesen suchen die Mediziner nach Veränderungen in der Form und nach Anzeichen darauf, ob ein bestimmtes Gen einwandfrei arbeiten kann. Dieses Gen namens RAR beta spielt eine entscheidende Rolle bei der körpereigenen Krebsabwehr und ist bei Brustkrebspatientinnen häufig blockiert, so dass sich ein Tumor ungehindert entwickeln kann.
Erkennen die Ärzte Anzeichen von Krebs, können sie frühzeitig mit vorbeugenden Behandlungen beginnen. So kann zum Beispiel Vitamin A die Blockierung von RAR beta wieder aufheben, so dass der körpereigene Prozess zur Tumorunterdrückung wieder funktioniert. Mit einem erneuten Test kann dann überprüft werden, ob die Behandlung anschlägt.
Die neue Methode ist weitaus genauer als eine Mammographie, da jede einzelne Zelle auf Veränderungen untersucht wird. “Der Test wird aufzeigen, wie früheste Veränderungen in der Brust aussehen”, sagt Victoria Seewaldt von der Duke-Universität. “Darüber hinaus kann er frühzeitig zeigen, ob eine vorbeugende Behandlung bei einer Frau auch tatsächlich funktioniert.”
ddp/bdw ? Cornelia Pfaff





