Eine dem Vitamin D nah verwandte Substanz scheint den Erfolg der Strahlentherapie bei Brustkrebs deutlich zu verstärken. Amerikanische Wissenschaftler verglichen in einer Studie an erkrankten Mäusen den Effekt von Strahlung allein und in Kombination mit dem vitaminähnlichen Stoff. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher in der Fachzeitschrift “Journal of Clinical Cancer Research” (Juniausgabe).
Bestrahlung ist eine gängige Therapieform bei Brustkrebs. Doch ihr Erfolg ist begrenzt, da in vielen Fällen einige Krebszellen die Strahlung überleben und so nach einer gewissen Zeit die Krankheit erneut ausbrechen lassen können. Das Forscherteam um Sujatha Sundaram von der Medizinischen Schule von Dartmouth in Hanover (USA) kombinierte nun Bestrahlung mit dem Vitamin D-Analog EB1089: Unter dieser Behandlung verkleinerten sich die Tumoren der Mäuse so stark, dass sie am Ende etwa halb so groß waren wie die Tumoren, die nur bestrahlt worden waren. EB1089 scheint damit auch strahlungsresistente Zellen auszuschalten und könnte so vielleicht zu einer dauerhaften Heilung führen.
Eine positive Wirkung von Vitamin D in der Behandlung von Krebs hatten bereits frühere Untersuchungen gezeigt. Zuviel des Vitamins ist jedoch wegen seines Einflusses auf den Kalziumstoffwechsel giftig. Weitgehend ungefährlich, meint Sundaram, sei dagegen durch seine leicht veränderte Struktur das Analog EB1089 ? vor allem im Vergleich zu gängigen Krebsmedikamenten.
Die Wissenschaftler erhoffen sich durch den Einsatz des Vitamin-D-Analogs auch Erfolge in der Behandlung von strahlungsresistenten Gehirn- und Prostatatumoren. EB1089 wird bereits in klinischen Studien in Europa eingesetzt, allerdings nicht in Verbindung mit Bestrahlung. Weitere Untersuchungen sollen in naher Zukunft die vielversprechenden Ergebnisse der Experimente mit Mäusen bestätigen.
Stefanie Offermann




